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Herausragendes Engagement für Flüchtlinge in Maintal

02.12.2015

Arbeitskreis Asyl Maintal erhält Landesauszeichnung „Soziales Bürgerengagement“ des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration

 

Mit rund 40 freiwilligen Helferinnen und Helfern engagiert sich der Arbeitskreis Asyl Maintal seit November 2013 für Flüchtlinge. Nun erhält die Gruppe für ihre Arbeit eine Ehrung des Landes Hessen: Am 4. Dezember wird im Rahmen einer Feierstunde im Hessischen Landtag in Wiesbaden von Staatsminister Stefan Grüttner die Landesauszeichnung „Soziales Bürgerengagement“ vergeben. „Die Stadt Maintal freut sich sehr darüber, dass die von uns eingebrachte Nominierung angenommen wurde“, so Maintals Erster Stadtrat Ralf Sachtleber. Die Stadt Maintal hatte den Arbeitskreis Asyl aufgrund seines herausragenden bürgerschaftlichen Engagements für die Auszeichnung vorgeschlagen.

 

„Der Arbeitskreis Asyl leistet seit vielen Monaten eine hervorragende und hoch motivierte Arbeit in unserem Gemeinwesen und trägt wesentlich zum Gelingen der Integration der Menschen bei, die aus Krisen- und Kriegsgebieten in Maintal Schutz suchen. Die Unterstützung, die wir als Kommune in unserer Flüchtlingsarbeit durch den Arbeitskreis bekommen, ist für uns von unschätzbarem Wert. Deshalb wollten wir die Mitglieder des Arbeitskreises unbedingt für die Auszeichnung des Landes Hessen vorschlagen“, so Renate Gundert-Buch, die Leiterin des städtischen Fachbereiches für Soziales.

 

Der Arbeitskreis Asyl hat mittlerweile zahlreiche Angebote sowohl für jüngere als auch für ältere Menschen entwickelt. Dazu gehören Hilfe beim „Ankommen“ in Maintal, bei Behördengängen oder Arztbesuchen ebenso wie die Unterstützung beim Beschaffen von Kleidung und Alltagsgegenständen oder beim Erlernen der deutschen Sprache. Der Arbeitskreis Asyl betreibt eine Fahrradwerkstatt, in der gemeinsam mit den Flüchtlingen alte „Drahtesel“ wieder flott gemacht werden. Die Fahrräder ermöglichen den Menschen, die nach Maintal kommen, Eigenständigkeit und Mobilität. Einmal in der Woche gibt es außerdem einen offenen Treffpunkt im Alten Bahnhof im Stadtteil Dörnigheim, wo sich die Flüchtlinge mit Maintalerinnen und Maintalern austauschen, sich kennenlernen und gemeinsam Zeit verbringen können. Bei einer Tasse Tee oder Kaffee werden Gesellschaftsspiele angeboten, mehrere Helferinnen und Helfer sind vor Ort, und es entstehen gute Gespräche auf Deutsch.

„Diese Angebote sind nur einige Beispiele für unsere vielseitige Arbeit“, so Christine Mayer-Simon. Gemeinsam mit Francesca Pisano-Yilmaz hat sie den Arbeitskreis Asyl gegründet, der sich in ähnlicher Art und Weise bereits in den 1990er Jahren in Maintal in der Flüchtlingsarbeit engagiert hatte. Im Februar 2013 bereiteten die beiden mit weiteren Mitstreiterinnen den Boden für den aktuellen Arbeitskreis und knüpften erste Netzwerke. „Unser Antrieb ist es, Menschen, die geflüchtet sind, zu unterstützen und ihnen beizustehen. Einige von uns sind selbst Migranten und wissen, wie schwer es ist, in einem fremden Land Fuß zu fassen. Uns allen gemeinsam ist, dass wir die Internationalität und Toleranz hier in Maintal schätzen, die besonders auch die Flüchtlinge einschließt“, so Francesca Pisano-Yilmaz.

 

Der Arbeitskreis Asyl Maintal fördert und entwickelt eine Willkommenskultur, die Vertrauen, gegenseitige Wertschätzung und positive Erfahrungen ermöglicht. „Wir reden mit den Flüchtlingen Deutsch, wir interessieren uns für ihre Kultur, nehmen ihr Land, ihre Geschichte ernst. Wir feiern Willkommensfeste und religiöse Feste wie zum Beispiel Ramadan oder das Suppenfest zusammen. Wir achten und respektieren uns“, bringt es Francesca Pisano-Yilmaz auf den Punkt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Spracherwerb und Bildung, etwa indem die Helferinnen und Helfer den Flüchtlingen gleich nach ihrem Ankommen niederschwellige Deutschkurse anbieten. „Im nächsten Schritt versuchen wir, die Menschen mit der Unterstützung von Sponsoren durch zertifizierte Deutschkurse zu fördern, geben Unterstützung bei Wegen in Bildungsmaßnahmen und bei der Arbeitssuche“, erklärt Christine Mayer-Simon.

Begegnungen der Flüchtlinge mit den Bürgerinnen und Bürgern in Maintal initiiert der Arbeitskreis Asyl ganz bewusst, um Vorbehalte abzubauen und Rahmenbedingungen für mehr Gemeinsamkeiten sowie kontinuierliche Interaktionen zu schaffen. Beispiele dafür sind die Teilnahme am Freiwilligentag in Maintal oder an anderen Festen in der Stadt. Und nicht zuletzt haben die Menschen, die sich im Arbeitskreis Asyl engagieren, ein offenes Ohr für alle Probleme in den Unterkünften, für die Angst um die in der Heimat Zurückgebliebenen, für das verzehrende Heimweh nach dem Land, nach der Familie, nach der eigenen Kultur.

 

Mittlerweile wird der Arbeitskreis vor allem durch junge Menschen sehr unterstützt. „Das haben wir uns schon immer gewünscht“, berichtet Francesca Pisano-Yilmaz. Gemeinsam mit den anderen Aktiven des Arbeitskreises Asyl freut sie sich darüber, dass dadurch so viele interkulturelle Kontakte zustande kommen, die jungen Helferinnen und Helfer Vielfältigkeit erleben und sich mit Menschen aus anderen Erdteilen austauschen können.

Die Landesauszeichnung „Soziales Bürgerengagement“ wird durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration in diesem Jahr bereits zum dreizehnten Mal für besonderes ehrenamtliches/ bürgerschaftliches Engagement im sozialen Bereich verleihen. Mit ihr sollen jene Menschen gewürdigt werden, die aufgrund ihrer freiwilligen Tätigkeit eine besondere Vorbildfunktion innehaben.