Schriftgröße
normale Schrift einschaltengroße Schrift einschaltensehr große Schrift einschalten
Startseite   -   Login   -   Intranet   -   Impressum
 
 
Hessen vernetzt
 
Als Favorit hinzufügen   Link verschicken   Drucken
 

Schäden durch den Buchsbaumzünsler

13.04.2017

Schnittgut ordnungsgemäß entsorgen

 

Aufgrund aktueller Meldungen über den Befall zahlreicher Pflanzen in Maintal durch den Buchsbaumzünsler – einen weiß-braunen Schmetterling aus Ostasien, der in den letzten Jahren nach Mitteleuropa eingeschleppt wurde – bittet der Fachdienst Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Maintal alle Gartenfreundinnen und Gartenfreunde um Beachtung einiger Hinweise.

 

„Durch den relativ warmen Winter hat sich diesmal schon sehr früh im April die erste von mehreren Schädlingspopulationen des Buchsbaumzünslers entwickelt“, berichtet Jochen Pfeifer vom Fachdienst Stadtentwicklung und Umwelt. Die Falter leben nur gut eine Woche und legen in dieser Zeit ihre Eier ab, aus denen dann die nächste Raupengeneration schlüpft. Bei günstiger Witterung entwickeln sich bereits nach wenigen Tagen die neuen Raupen und schädigen die Pflanze erneut. „Um den Befall einzudämmen sind über das gesamte Sommerhalbjahr hinweg mehrmalige Kontrollen der Pflanzen auf Raupen, Puppen und Gespinste notwendig, speziell in der Kronenmitte der Gehölze“, so der Fachmann.

 

Leichter Befall von Pflanzen durch den Buchsbaumzünsler im Haus- und Kleingartenbereich kann behandelt werden durch das Absammeln der Raupen und durch Herausschneiden der Gespinste beziehungsweise den Rückschnitt der befallenen Triebe. Da aus den Puppen noch mehrere Tage nach dem Schnitt Schmetterlinge schlüpfen können, sollte das Schnittgut jedoch nicht im Garten verbleiben, sondern umgehend entfernt oder falls notwendig in geschlossenen Behältnissen zwischengelagert werden, zum Beispiel in Säcken.

 

Befallenes Schnittgut in kleineren Mengen gehört in die Biotonne, denn bei der so genannten Hygienisierung in der Kompostierungsanlage wird der Buchsbaumzünsler vernichtet. „Sollten größere Mengen anfallen oder ganze Pflanzen ausgegraben werden müssen, bitten wir die Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer, diese direkt zur Abfallsammelstelle oder zur Kompostierungsanlage zu bringen. Bei der Schnittgutabgabe sollte außerdem das Personal auf den Schädlingsbefall hingewiesen werden, damit das verunreinigte Grüngut separiert werden kann“, so Jochen Pfeifer. Von der Kompostierung im eigenen Garten rät er dringend ab, da die Temperaturen im heimischen Komposthaufen zur sicheren Verrottung nicht ausreichend sind.

 

Eine chemische Bekämpfung des Buchbaumzünslers ist schwierig. Pflanzenschutzmittel wirken meist nur gegen die noch kleinen Larven, die aber häufig von Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzern nicht erkannt werden. Außerdem erreicht eine chemische Bekämpfung nur Raupen und Schmetterlinge, die direkt mit den Pflanzenschutzmitteln in Berührung kommen, was durch die dichte Gespinstbildung noch erschwert wird. „Wenn überhaupt, sollten im Haus- und Kleingarten zur Bekämpfung aus der Vielzahl der zugelassenen Pflanzenschutzmittel Präparate gemäß EG-Bio-Verordnung eingesetzt werden“, erklärt Jochen Pfeifer.

 

Die Raupen des Buchsbaumzünslers (Diaphania perspectalis) sind bis zu fünf Zentimeter lang, grün-schwarz-weiß gestreift mit schwarzen Punkten und schwarzem Kopf. Sehr auffällig sind die Gespinstnester im Inneren der Pflanzen. Die Raupen sind häufig inmitten der Gespinste zu finden und überwintern auch in dieser geschützten Lage.

 

Für weitere Informationen oder bei konkreten Fragen können sich Interessierte auch an den Fachdienst Stadtentwicklung und Umwelt wenden. Jochen Pfeifer ist erreichbar unter Telefon 06181 400-444 oder per E-Mail an umwelt@maintal.de