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Speisereste und Hygieneartikel gehören nicht ins Abwasser

15.05.2017

Viele Abfälle landen in der Toilette – Städtische Broschüre enthält wichtige Informationen für Mieterinnen und Mieter

 

Noch immer stellt der Fachdienst Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Maintal in vielen Maintaler Haushalten einen unsachgemäßen Umgang mit dem Abwasser fest. „Es gibt leider immer noch zu viele Menschen, die ihre Abfälle in der Toilette oder im Spülbecken entsorgen. Das bereitet uns große Probleme, denn damit gelangen zahlreiche Stoffe in die Kanalisation, die dort nicht hingehören. Selbst in der Kläranlage können bestimmte Verunreinigungen nur sehr schwer oder gar nicht entfernt werden“, erklärt Yvonne Dannhausen, Umweltingenieurin bei der Stadt Maintal. Besondere Probleme zeigen sich derzeit in den großen Wohnanlagen im Stadtteil Bischofsheim.

 

Das Kanalsystem werde durch den Missbrauch der Toilette als Mülltonne stark belastet, so Yvonne Dannhausen weiter. Verstopfungen der Rohre und Pumpen im Haus sowie in der städtischen Kanalisation oder sogar Rattenbefall in den Wohnungen könnten die Folge sein. Mit einer Broschüre möchte die Stadt Maintal nun die Mieterinnen und Mieter sowie alle interessierten Maintalerinnen und Maintaler nochmals über die richtige Nutzung des Abwassersystems informieren. Das Faltblatt wird in den nächsten Wochen an alle Mieterinnen und Mieter im Geschoßwohnungsbau in Bischofsheim verteilt.

 

Eines der größten Probleme für das Maintaler Abwasser sind Fette und Öle. Sie gelangen meist als Essensreste, Brat- oder Frittierfett über die Küchenspüle in den Kanal und bieten dort ideale Lebensbedingungen für Ratten.

 

Deshalb möchte die Stadt Maintal an alle Bürgerinnen und Bürger nochmals appellieren, ihre Verhaltensweisen in Sachen Abwasser und Entsorgung zu überdenken - insbesondere in der Küche und im Bad. „Lebensmittelreste gehören nur in die entsprechenden Rest- beziehungsweise Bioabfallgefäße und niemals in den Kanal“, so Yvonne Dannhausen.

 

Auch im Badezimmer ist Umsicht geboten. So dürfen etwa Slipeinlagen, Damenbinden, Tampons, Kondome, Wattestäbchen, Windeln und Haare niemals in die Toilette geworfen werden: In jedes Badezimmer gehört für solche Dinge ein kleiner Abfalleimer, dessen Inhalt über die Restabfalltonne entsorgt wird. „Außer Toilettenpapier gehört nichts in die Toilette, was nicht vorher den menschlichen Körper durchlaufen hat“, stellt Yvonne Dannhausen klar. Auch chlorhaltige Sanitär- und chemische Abflussreiniger sollten keinesfalls in die Kanalisation gelangen: Sie können Rohre und Dichtungen zerfressen und vergiften das Abwasser. Essigreiniger reicht für die Toilettenreinigung bei regelmäßigem Putzen vollkommen aus.

 

Flüssige chemische Abfälle wie zum Beispiel Pinselreiniger müssen zum Schadstoffmobil gebracht werden. Die Sammeltermine stehen im Maintaler Abfallkalender. Flüssige und feste Medikamente sind in der Kläranlage nicht abbaubar und reichern sich unter Umständen im Trinkwasser wieder an. Hier gilt: Im Restabfallbehälter entsorgen und möglichst unter anderem Müll verstecken, damit die Stoffe nicht in Kinderhände gelangen. Teilweise werden Altmedikamente auch noch von den Apotheken zurück genommen. „Dass Abfälle wie Zigarettenkippen, Katzenstreu, Stoffreste und ähnliches nicht in die Toilette gehören, versteht sich eigentlich von selbst. Jedoch finden wir auch diese Dinge immer wieder im Maintaler Abwasser“, erklärt Yvonne Dannhausen. Übrigens ist die Entsorgung unerwünschter Stoffe über das Kanalsystem nicht nur ein Umwelt-, sondern auch ein Finanzproblem: „Je größer der Reinigungsaufwand in der Kläranlage ist, desto höher steigen auch die Abwassergebühren - und die zahlen wir alle“, so die Umweltexpertin.