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Hilfe vor Ort

13.06.2017

Kostenfreies Beratungsangebot bietet Familien Unterstützung bei Lernbesonderheiten von Kindern

 

Dr. Kathrin Schmitt wird künftig mit zwölf Stunden wöchentlich allen Eltern, deren Kinder in einer Kita oder einem Hort betreut werden, sowie dem pädagogischen Fachpersonal bei allen Fragen zum Thema Lernbesonderheiten von Kindern zur Verfügung stehen. Aufgrund der durchweg positiven Erfahrungen wurde im Frühjahr diesen Jahres die Fortsetzung des Angebotes um weitere drei Jahre bis Ende 2020 beschlossen.

 

Lisa weint nun nicht mehr, wenn ihre Mutter das Familienzentrum verlässt. Und Gregor hat es geschafft, seine Hausaufgaben alleine zu bewältigen. Wer Kinder beim Lernen und im Alltag beobachtet, dem fallen einige von ihnen dadurch auf, dass sie Dinge besonders schnell begreifen oder auch ganz besondere Begabungen entwickeln. Bei anderen Kindern wiederum können Schlaf- und Angststörungen oder Aufmerksamkeitsdefizite auftreten. Oft wünschen sich Eltern in solchen Fällen einen Expertenrat. Das Familienzentrum Ludwig-Uhland-Straße im Stadtteil Bischofsheim bietet dafür eine kompetente Anlaufstelle.

 

Die Einrichtung widmet sich schon seit einigen Jahren sehr intensiv dem Thema Lernbesonderheiten von Kindern und deren individuellen Entwicklungsbegleitung. Das Familienzentrum und die gemeinnützige Karg-Stiftung in Frankfurt verbindet seit 2010 ein Projekt zur Begabungsförderung in Kindertagesstätten. „Zwar ist Hochbegabung ein wichtiges Thema, doch in der Praxis zeigte sich, dass Eltern und das pädagogische Fachpersonal vielschichtigere und umfassendere Angebote brauchen“, berichtet Gabriele Steltner-Merz, die Leiterin des Familienzentrums Ludwig-Uhland-Straße.

 

An Dr. Kathrin Schmitt, Psychologin und Psychotherapeutin für Kinder, die sich in der Einrichtung dem Thema Hochbegabung widmete, wurden vermehrt Fragen zu Auffälligkeiten von Kindern im sprachlichen, kognitiven, motorischen, sozialen und emotionalen Bereich herangetragen. Der Bedarf nach einer solchen Beratung ist hoch, daher entschied sich die Stadt Maintal nach dem Ende der Projektlaufzeit im Dezember 2015 das Projekt in Eigenregie mit dem Schwerpunkt „Präventive Entwicklungsberatung“ weiter zu führen. „Wir sind sehr froh, dass uns Frau Dr. Kathrin Schmitt auch für unser eigenes Projekt weiter zur Verfügung steht“, so Heidrun Barnikol-Veit, Leitung des Fachbereichs Kinder, Familie und Jugend der Stadt Maintal.

 

Alle Familien in Maintal, deren Kinder in einer Kita oder einem Hort betreut werden, können das Angebot kostenfrei nutzen. Die Kinder haben somit die Chance, frühzeitig nach ihren individuellen Bedürfnissen unterstützt und gefördert zu werden. „Eine im Familienzentrum regelmäßig stattfindende Sprechstunde gewährt Eltern aus allen sozioökonomischen und kulturellen Lagen einen niedrigschwelligen Zugang zur Beratung. Dies ist ein großer Vorteil für die Eltern, denn aus Erfahrung und aus Studien wissen wir, dass externe Fachstellen eher selten aufgesucht werden. Noch weniger greifen Familien mit Migrationshintergrund auf solche Angebote zurück“, erläutert Gabriele Steltner-Merz. Sie freut sich darüber, dass die Evaluation des Maintaler Projektes bereits 2015 zeigte, dass mit dem Angebot auch eine bei externen Beratungsstellen unterrepräsentierte Gruppe erreicht werden konnte. „47 Prozent aller Familien, die im Betrachtungszeitraum ein Beratungsangebot in Maintal in Anspruch genommen hatten, hatten auch einen Migrationshintergrund. Dies zeigt uns, dass ein niedrigschwelliges Angebot unerlässlich ist.“

 

Neben der Elternberatung ist auch die Qualifikation des pädagogischen Fachpersonals ein unerlässlicher Baustein des Projektes. In einem von Dr. Kathrin Schmitt angeleiteten Arbeitskreis zum Thema „Entwicklungsbegleitung von Kindern“ werden die Teams in allen städtischen Kitas dafür sensibilisiert, einen möglichen Handlungsbedarf frühzeitig zu erkennen und sich im Sinne einer berufsbegleitenden Weiterbildung wertvolles Wissen rund um das Thema „kindliche Entwicklungsbegleitung“ anzueignen.

 

Das Projektkonzept ist zukunftsweisend, nachhaltig und ein echtes Erfolgsmodell. Dies gilt insbesondere für die Gestaltung von Kooperationen zwischen Beratung und früher Förderung. „Eine zugehende Elternberatung ist zwar bereits ein Thema im Fachdiskurs, allerdings werden die großen Vorteile erst an solch einem konkreten Beispiel wirklich deutlich“, lobt Heidrun Barnikol-Veit, Leitung des Fachbereichs Kinder, Familien und Jugend der Stadt Maintal.

 

Kontakt für interessierte Eltern zur Terminvereinbarung:

E-Mail an entwicklungsberatung@maintal-net.de