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Für alle ein offenes Ohr

Maintal, den 28.12.2018

Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte will Ansprechpartnerin für alle sein

 

 

Seit 15. November arbeitet Annika Frohböse als städtische Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte. „Ich möchte dazu beitragen, dass die Vielfalt in unserer Gesellschaft (Diversität) als Bereicherung und Potenzial gesehen wird. Ich möchte deshalb für alle Menschen in Maintal, unabhängig von Geschlechterkategorien Ansprechpartnerin und Unterstützerin sein“, sagt sie.

 

„Mit Annika Frohböse als Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte erweitern wir die Themenfelder – und das ist gut so“, sagt Bürgermeisterin Monika Böttcher zur neuen Besetzung der Stabsstelle. Ihr ist es wichtig, die Gleichberechtigung weiter voranzutreiben und Vorbehalte abzubauen.

 

Annika Frohböse ist 34 Jahre alt. Sie studierte Interkulturelle Pädagogik. Schon dabei standen verschiedene Perspektiven und die Reflexion von einseitigen Denkweisen auf der Tagesordnung. Im Anschluss an das Studium arbeitete sie als Migrationsberaterin für erwachsene Zuwanderer in Frankfurt am Main und Erfurt. Dabei standen interkulturelle Themen besonders im Fokus. „Aber mangelnde Teilhabe am gesellschaftlichen und politischen Leben ist ein Problem, das nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund haben. Daher beschäftige ich mich schon lange mit Geschlechterrollen und dem männlich-weiblich geprägten Blick darauf. Besonders als mir vor vielen Jahren den Film ‚Das verordnete Geschlecht‘ sah, wurde mir zum ersten Mal deutlich, wie sehr Kinder, deren Geschlecht nicht bestimmt werden kann, darunter leiden, wenn sie zwangsweise zu Mädchen oder Jungen umoperiert und dann entsprechend erzogen werden. So hinterfragte ich zum ersten Mal das alltägliche Bild, dass es nur Männer und Frauen gäbe. Mir ist es wichtig, für mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft einzutreten, unabhängig von den Schubladen, in die andere Menschen oder wir selbst uns stecken. Unser gesellschaftliches Ziel muss sein, Misstrauen und Vorurteile abzubauen“, sagt die neue Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte.

 

Themen wie „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ oder „Gerechte Bezahlung“ möchte Annika Frohböse nicht allein für und mit Frauen diskutieren. „Gesellschaftliche Veränderungen entstehen erst im Miteinander, erst wenn beispielsweise Männer ganz selbstverständlich familiäre und häusliche Aufgaben übernehmen, können Frauen ebenso selbstverständlich die gleichen beruflichen Chancen erhalten. Dafür möchte ich werben.“ Im Dialog möchte sie innerhalb der Stadtverwaltung, aber auch für Maintaler*innen Diskussionen anstoßen und gemeinsam nach Lösungen suchen.

 

Besonders eng zusammenarbeiten wird Annika Frohböse mit dem Frauenbeirat der Stadt Maintal. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Frauenbeirates plant sie derzeit die Frauenwochen, die am 1. März starten. Zum Auftakt wird es eine Ausstellung der Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V. geben. Gezeigt werden im Rathaus Porträts von Maintaler Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind.

 

Bildhinweis:

Annika Frohböse (links) ist die neue städtische Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte. Bürgermeisterin Monika Böttcher wünscht der neuen Mitarbeiterin viel Erfolg.

Foto: Stadt Maintal

 

 

Hintergrund:

 

Die Arbeit in kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbüros teilt sich in zwei große Aufgabengebiete:

 

  1. Extern stehen Frauen- oder Gleichstellungsbeauftragte den Bürger*innen als Ansprechpartnerinnen zum Thema Gleichberechtigung zur Verfügung. Sie entwickeln Maßnahmen und Konzepte zum Abbau diskriminierender Strukturen. Sie leisten interdisziplinäre Netzwerk-, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel einer Verbesserung von Chancengleichheit und sind für lokale Frauenprojekte die Schnittstelle in die Verwaltung. Die gesetzliche Grundlage für diesen Tätigkeitsbereich ist die Hessische Gemeindeordnung (HGO § 4b) bzw. die Hessische Landkreisordnung (HKO § 4a).

     

  2. Intern unterstützen die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten die Dienststellenleitung bei der Verwirklichung der tatsächlichen Gleichberechtigung der Geschlechter in der Stadtverwaltung - bei den Bewerbungsverfahren, der Schaffung gleicher Aufstiegschancen und der Verbesserung der Arbeitssituation von Frauen und Menschen, die sich keinem Geschlecht zuordnen können oder wollen. Hier ist die gesetzliche Grundlage das Hessische Gleichberechtigungsgesetz (HGlG).

 

Angelehnt an die Quelle: Landesarbeitsgemeinschaft Hessischer Frauen-und Gleichstellungsbüros http://www.frauenbueros-hessen.de/lag-frauenbueros/

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Für alle ein offenes Ohr