Der kleine Kommunalwa(h)l - Wählen einfach erklärt


Ein Kooperationsprojekt der Freiwilligenagentur - Maintal Aktiv mit den Fachdiensten "Kulturelle Bildung", "Kinderfreundliche Kommune und Jugendarbeit" sowie der Integrationsbeauftragten.


 

Warum wählen?

Transkript

Das ist der kleine Kommunalwal. 

Heute Morgen hat er sich sehr gefreut, denn er hat Post bekommen. In dem Umschlag waren seine Wahlunterlagen für die Kommunalwahl. Seitdem denkt der kleine Kommunalwal nach. Soll er wählen gehen oder nicht? Wer wird denn überhaupt gewählt und wozu soll das gut sein? Und was ist eigentlich eine Kommune?

 

Am 15. März 2026 sind in Hessen Kommunalwahlen. An diesem Tag werden in allen Städten und Gemeinden die politischen Vertreter*innen gewählt. Das ist ein bisschen so etwas wie der Bundestag, nur eben für Maintal. 

In Maintal heißen diese Vertreter*innen „Stadtverordnete“. Davon gibt es insgesamt 45 Stück. Sie entscheiden über alles, was Maintal betrifft. Zum Beispiel über den städtischen Haushalt – nein, nicht über Bügeln, Kochen und Waschen, sondern darüber, wofür die Stadt das Geld ausgibt, das sie zur Verfügung hat und wie viele Schulden sie macht. Sie entscheiden auch darüber, wo ein neues Wohngebiet entstehen soll, ob Vereine einen Zuschuss von der Stadt bekommen, wie viele Steuern Firmen in Maintal bezahlen müssen oder wie das Mainufer gestaltet werden soll.

Das sind nur ein paar Beispiele, denn es gibt noch viel mehr Entscheidungen. 

 

Jetzt weiß der kleine Kommunalwal auch, was er macht: Natürlich geht er wählen, denn so kann er mitbestimmen, was in Maintal passiert. Schließlich kann er mitentscheiden, wer in die Stadtverordnetenversammlung gewählt wird und in den nächsten fünf Jahren all diese Dinge entscheidet.

 

Wer darf wählen? 

Transkript

Das ist der kleine Kommunalwal. Er hat Post mit seinen Wahlunterlagen bekommen. Neugierig zeigt er sie seinem Nachbarn und fragt, ob dieser auch einen Brief erhalten hat. Das hat der Nachbar jedoch nicht, was die beiden sehr wundert. Gemeinsam fragen sie sich, wer eigentlich wählen darf. Der kleine Kommunalwal darf wählen, denn er ist mindestens 18 Jahre alt, wohnt seit mindestens sechs Wochen in Maintal, besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft oder die Staatsangehörigkeit eines EU-Landes und ist im Wählerverzeichnis eingetragen.

 

Dann kommt ein anderer Nachbar dazu. Auch er hat einen Brief bekommen, allerdings ist sein Umschlag blau. Da stellt sich die Frage, ob er ebenfalls wählen darf. Ja, auch er darf wählen. Der Nachbar kommt zum Beispiel aus Syrien oder der Türkei, aus Indien oder aus einem anderen Land, das nicht zur Europäischen Union gehört, und hat keinen deutschen Pass. Damit auch die Interessen von Menschen ohne deutsche oder EU-Staatsbürgerschaft vertreten werden, dürfen Ausländerinnen und Ausländer einen speziellen Beirat wählen – den Ausländerbeirat. In Maintal hat dieser 11 Sitze.

 

Die beiden Nachbarn können sogar gemeinsam zur Wahl gehen, denn sowohl die Kommunalwahl als auch die Wahl des Ausländerbeirats finden am 15. März 2026 statt und die Regeln sind gleich.

 

Briefwahl

Transkript

Der kleine Kommunalwal hat Post bekommen. In dem Umschlag befand sich seine Wahlbenachrichtigung. Allerdings hat der kleine Kommunalwal gar keine Lust, ins Wahllokal zu gehen. Er fragt sich sogar, was ein Wahllokal eigentlich ist und ob man dort etwas trinken kann. 

 

Doch im Wahllokal ist am Wahltag alles für die Wahl vorbereitet, es geht dort ausschließlich ums Wählen. Deshalb entscheidet sich der kleine Kommunalwal, lieber zu Hause zu wählen. Dafür muss er vorher seine Wahlunterlagen beantragen. Das kann er entweder persönlich im Rathaus oder per Post erledigen. Anschließend werden ihm die Unterlagen nach Hause geschickt, sodass er sich in Ruhe überlegen kann, was er wählen möchte. Dabei muss er sich gut konzentrieren, damit alles richtig gemacht wird.

 

Zuerst füllt er die Stimmzettel für Gemeinde- und Kreiswahl aus. Danach legt er den weißen Stimmzettel in den weißen Umschlag, den roten Stimmzettel in den roten Umschlag und klebt diese zu. Anschließend füllt er den Wahlschein aus und unterschreibt, dass er selbst gewählt hat. Der Wahlschein kommt zusammen mit dem weißen und roten Umschlag in den orangenen Umschlag, der ebenfalls zugeklebt werden muss. 

 

Damit seine Stimme zählt, muss der kleine Kommunalwal den orangenen Umschlag rechtzeitig zur Post bringen oder spätestens am Wahltag bis 18.00 Uhr im Rathaus abgeben.

 

Kumulieren & Panaschieren

Transkript

Das ist der kleine Kommunalwal. Heute hat er Post mit seinen Wahlunterlagen bekommen und … oh, der Stimmzettel ist aber groß! Im Umschlag war ein riesiger Zettel mit ganz vielen Namen. Da fragt sich der kleine Kommunalwal, wie er da nur wählen soll. Auf dem Zettel steht, dass er 45 Stimmen hat – hoffentlich verzählt er sich dabei nicht. Zum Glück hat er mehrere Möglichkeiten. Der kleine Kommunalwal kann einfach eine der acht Parteien ankreuzen. Dann werden alle 45 Stimmen auf die Kandidatinnen und Kandidaten dieser Partei verteilt. Er kann aber auch kumulieren. Eine Kandidatin findet er besonders gut und möchte unbedingt, dass sie gewählt wird. Deshalb gibt er ihr bis zu drei seiner 45 Stimmen. So kann er es mit allen machen: Wer ihm gefällt, bekommt ein, zwei oder drei Kreuzchen. Einen Kandidaten mit ganz anderen Ansichten möchte der kleine Kommunalwal hingegen nicht wählen. Den kann er einfach durchstreichen, dann bekommt dieser keine Stimme von ihm.

 

Aber was ist, wenn dem kleinen Kommunalwal Kandidatinnen und Kandidaten aus verschiedenen Parteien gefallen? Dann kann er panaschieren. Dabei darf er seine 45 Stimmen auf Kandidatinnen und Kandidaten aus allen Parteien verteilen. Dabei muss er jedoch gut aufpassen und mitzählen, denn wenn er mehr als 45 Stimmen vergibt, ist seine Wahl ungültig und keine seiner Stimmen zählt.

Transkript

Das ist der kleine Kommunalwal. Er hat sich in letzter Zeit sehr viel mit der Wahl beschäftigt und sich entschlossen, auf jeden Fall wählen zu gehen. Schließlich geht es um die Entscheidungen hier vor Ort in Maintal. Außerdem wird der Kreistag gewählt. Das ist das Gremium, das Entscheidungen für den ganzen Main-Kinzig-Kreis trifft.

Aber was soll er wählen? In Maintal treten neun Parteien und Wählergruppen zur Wahl an. Da schwirrt dem kleinen Kommunalwal ganz schön der Kopf. 

 

Niemand kann ihm sagen, was er wählen soll, denn das kann und muss er ganz allein entscheiden. 

Er spricht jetzt ganz viel mit Freunden und Bekannten, sucht sich die Wahlprogramme der Parteien und Gruppierungen im Internet raus, geht zu Infoständen und versucht so, sich ein Bild davon zu machen, wofür die Parteien stehen und wer seine Interessen am besten vertritt. 

 

Aber egal wie: er ist fest entschlossen, wählen zu gehen und ganz viele Freunde und Bekannte mitzunehmen. Denn nur wer wählt, kann entscheiden, wer in den nächsten fünf Jahren die Entscheidungen in und für Maintal und den Main-Kinzig-Kreis fällt. 

Außerdem nimmt er sich vor in Zukunft zumindest ab und zu zur Stadtverordnetenversammlung oder in einen der Ausschüsse zu gehen und sich anzuschauen, wie Entscheidungen entstehen. Denn alle Sitzungen sind öffentlich. Und wenn er mal keine Lust hat aus dem Haus zu gehen, kann er sich die Stadtverordnetenversammlung auch im Internet anschauen. 


 

Kontakt

Magistrat der Stadt Maintal

Fachdienst Bürgerschaftliches Engagement
Freiwilligenagentur Maintal Aktiv

Postadresse: Klosterhofstraße 4 - 6 | 63477 Maintal

Besuchsadresse: Kirchgasse 7 | 63477 Maintal

Tel. 06181 400 - 290 

E-Mail:

 

Sprechzeiten

Montag bis Freitag: 9 bis 12 Uhr

Zusätzlich nach Vereinbarung außerhalb der Sprechzeiten.

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