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Erhalt eines einzigartigen Ökosystems

Maintal, den 24. 11. 2022

Auf den Maintaler Streuobstwiesen finden umfangreiche Pflegemaßnahmen statt

 

In Maintal befindet sich eines der größten Streuobstgebiete Hessens. Die gesetzlich geschützten Biotope bereichern Maintal durch ihre landschaftliche Schönheit und Artenvielfalt. Als Kulturlandschaft sind Streuobstwiesen durch Menschenhand entstanden. Deshalb braucht es die stetige Pflege, um dieses wertvolle Ökosystem zu erhalten. Das Projekt „Lebensraum Streuobst Maintal“ trägt dazu bei.

 

Wenn es um die Pflege und den Erhalt der Streuobstwiesen geht, kooperiert die Stadt Maintal seit vielen Jahren mit dem Landschaftspflegeverband Main-Kinzig. Mit dem Projekt „Lebensraum Streuobst Maintal“ engagieren sich beide Akteure für eine nachhaltige Sanierung der teils stark vernachlässigten Wiesen. Dies geschieht durch den Rückschnitt von Altbäumen, die Nachpflanzung junger Obstbäume, die Entbuschung verwilderter Wiesen und die Eindämmung des starken Mistelbefalls. Die Pflegemaßnahmen laufen bereits seit Ende 2021 und werden durch Fachfirmen ausgeführt. Die Gelder dafür kommen aus der „Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz“.

 

Voraussetzung für die Arbeiten ist das Einverständnis der jeweiligen Eigentümer*innen. Nur mit deren Zustimmung werden die beauftragten Fachfirmen aktiv und kümmern sich um die Sanierung der jeweiligen Flächen. Für die Besitzer*innen entstehen dadurch keine Kosten, um nicht die Bereitschaft zur fachlichen Pflege der Wiesen zu schmälern. „Die Bäume und Wiesen sind leider in einem schlechten Zustand. Deshalb müssen wir die Pflege wieder deutlich intensivieren, wenn wir den hohen ökologischen Wert dieser besonderen Kulturlandschaft erhalten möchten“, betont Freia Klinkert-Reuschling, die das Projekt seitens des städtischen Fachdienstes Umwelt koordiniert.

 

Seit dem Beginn des Projekts Ende 2021 konnten bereits mehr als 300 Altbäume durch einen fachgerechten Rückschnitt und die Entfernung von Misteln saniert werden. Denn als Halbschmarotzer entzieht die Mistel ihrem Wirt Wasser und Nährstoffe. Breitet sich die Pflanze ungehindert aus, kann der befallene Baum so stark geschwächt werden, dass er abstirbt. Durch mangelnde Pflege konnte sich die Mistel in den vergangenen zwei Jahrzehnten sehr stark in den Streuobstbeständen ausbreiten. Hinzu kommt, dass viele Bäume durch den Trockenstress infolge des Klimawandels geschwächt sind. Deshalb ist ein entschiedenes Vorgehen notwendig. „Die Streuobstwiesen sind ein wertvoller Schatz. Sie sind artenreicher Lebensraum, wichtiges Naherholungsgebiet und Wiege der Apfelweinkultur. Sie sind typisch für Hessen und prägen auch das Maintaler Landschaftsbild. Dieses schützenswerte Kulturgut gilt es unbedingt zu erhalten“, unterstreicht Bürgermeisterin Monika Böttcher.

 

Die Sanierung der Altbäume wird noch bis zum Jahr 2024 fortgesetzt. Das gilt auch für die Entbuschung verwilderter Flächen. Zusätzlich erhalten die Obstwiesen durch die Nachpflanzung neuer hochstämmiger Obstbäume eine Verjüngungskur. Denn auch die Streuobstwiesen brauchen den Generationswechsel, um fortbestehen zu können. Schließlich altern Obstbäume, tragen weniger Früchte und sterben irgendwann ab. Aber auch dann sind sie Teil eines wertvollen Ökosystems und dienen Vögeln und Insekten als Lebensraum und Nahrungsquelle.

 

Eine Wildobstbroschüre des Landschaftspflegeverbands kann für Nachpflanzungen als gute Orientierung und Handlungsleitfaden dienen. Darin werden 26 Wildobst- oder züchterisch wenig veränderte Arten vorgestellt, die ergänzend auf Streuobstwiesen gepflanzt werden können. Diese erhalten den Charakter der Streuobstwiesen, haben jedoch einen geringeren Pflegeaufwand und sind teilweise besser an die klimatischen Veränderungen angepasst. „Indem wir uns für diese Streuobstwiesen einsetzen, schützen wir vom Aussterben bedrohte Apfelsorten und erhalten zudem die Biodiversität von Pflanzen und Tieren hier vor Ort“, so Klinkert-Reuschling.
 

Eigentümer*innen, die ihr Grundstück selbst nicht mehr bewirtschaften und pflegen können oder wollen, unterstützten der Landschaftspflegeverband und die Stadt Maintal bei der Vermittlung eines Pächters. Ein Kontakt zum Landschaftspflegeverband Main-Kinzig-Kreis ist möglich unter Telefon 06059 9069601 oder per E-Mail an . Ansprechpartnerin seitens der Stadt Maintal ist Freia Klinkert-Reuschling, erreichbar unter Telefon 06181 400-401 oder per E-Mail an umwelt(at)maintal.de.

 

Bild zur Meldung: Die Pflege der Obstwiesen ist der als Streuobstkommune ausgezeichneten Stadt Maintal ein wichtiges Anliegen und unerlässlich, wenn das besondere Ökosystem erhalten bleiben und Apfelwein und –saft weiterhin ins Gerippte fließen sollen. Foto: Stadt Maintal

Corona-Bild Klima-Bündnis Kultur-Region   Link zu Prävention und Sicherheit; Bild zeigt das Logo vom Projekt Kompass Externer Link zur 115 - Ihrer Behördennummer - Wir lieben Fragen; Bild zeigt das Logo, welches aus einem Telefon und den Zahlen 115 besteht Kfk Fairtrade Externer Link zur Charta der Vielfalt; Maintal hat sie unterzeichnet; Bild zeigt das Logo, welches aus vielen bunten Punkten und Kreisen besteht Maintal hat die Charta der Klima-Kommunen Hessen (Logo) unterzeichnet. Das Maintaler Gründerzentrum ist durch den Main-Kinzig-Kreis zertifiziert. Das Bild zeigt das Logo des Zertifikats.