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Jetzt sind kreative Ideen gefragt

Wie gehen die Teilnehmerinnen der Frauenselbsthilfegruppe Krebs mit der gegenwärtigen Situation um? 

 

Burgis: Ich habe keine Angst mich anzustecken. Ich genieße das schöne Wetter und die dank des eingeschränkten Flug- und Autoverkehrs größere Ruhe. Meine Gymnastik, das Singen in der Gruppe fehlen mir. Geht zwar alles auch alleine oder mit Unterstützung von Apps, macht aber nicht so viel Spaß. Nicht ausgehen, reisen, kein Kino, Theater – alles Luxus, kann ich alles aushalten, wenn ich an Menschen denke, denen das Nötigste fehlt. Wenn ich jemandem helfen kann, bin ich bereit.

 

Agnes: Beim Radfahren schaue ich, was am Wegesrand wächst, welche Kräuter, welche Gräser. Sternmiere, Scharbockskraut, Knoblauchsrauke. Was kann man essen, sind es Heilpflanzen oder eignen sie sich für eine Jauchedüngung im Garten? Es macht mir Freude meine Wissenslücken zu füllen. Jede Tour – in den letzten Wochen sind schon über 600 km zusammengekommen – wird so zu einem Erlebnis.

 

Jutta: Ende Februar hatte ich einen grippalen Infekt. Ich dachte natürlich sofort an Corona, aber meine Hausärztin konnte eine Infizierung ausschließen. Von da an bin ich zu Hause in Quarantäne geblieben. Unser Sohn und die Enkelin haben die Einkäufe abwechselnd für uns erledigt.

Leider mussten wir zwei Reisen absagen, die wir für dieses Jahr gebucht hatten. Auch vermisse ich den Kontakt zu meinen Freundinnen von der Frauenselbsthilfe-Gruppe sehr.

 

Angelika: Ich gehe nur einmal die Woche einkaufen, nutze Gummihandschuhe und Mundschutz. Zum Glück habe ich meinen kleinen Garten. Da meine Nebenjobs weggefallen sind und meine Rente zum Leben nicht ausreicht, wird es finanziell sehr eng. Das ist im Moment mein größtes Problem.

 

Marianne: Da mein Mann in Spanien ist und zurzeit nicht nach Deutschland zurückkommen darf, kämpfe ich schon manchmal mit der Einsamkeit. Deshalb treffe ich mich ab und zu mit meiner Schwester in deren Garten. Ich hoffe, dass die Menschen die nun eingeführten Lockerungen nicht missverstehen und eine neue, noch schlimmere Krise auslösen.
 

Gisela: Zu Anfang war alles gar nicht so schlimm. Zuhause bleiben war erstmal wie Urlaub: Gartenarbeit, Einkaufen, den Haushalt auf Vordermann bringen, alles mal in Ruhe angehen. Da auch mein Mann mit seinen Herzproblemen zu einer Risikogruppe zählt, beachten wir alle Schutzvorschriften und messen morgens und abends Fieber. Mir fehlen die Besuche bei den Kindern und mein Aushilfsjob, der für Abwechslung im Alltag sorgt. Zum Glück gibt es die Video-Anrufe und die Kommunikation über WhatsApp. Aber mal ganz ehrlich: Ich finde in den Medien wird vieles aufgebauscht. Und ob die Fußballer spielen oder nicht, die Tauben gefüttert werden oder nicht – sie übertragen sowieso Krankheiten –, ist mir völlig egal. Wichtig sind die Menschen, die sich für uns einsetzen, Pfleger, Krankenschwestern, Ärzte und die vielen freiwilligen Helfer sowie ehrenamtlich Tätigen. Und wenn die Zeit gekommen ist, dass wir abtreten müssen, dann ist es halt so. Ob mit oder ohne Corona.

 

Hannelore: Mir fehlen meine Enkelkinder, mein Sport, unsere FSH-Gruppe. Mit den Einschränkungen kann ich umgehen. Immerhin darf ich mich im Freien bewegen. Viermal die Woche verabrede ich mich mit einer Freundin zum Laufen in der wunderschönen Natur. Ansonsten fahre ich mit dem Fahrrad in meinen Garten. Ich hoffe, dass bald ein Impfstoff gegen Covid-19 hergestellt und zugelassen werden kann. Solange werden wir mit dem Coronavirus leben müssen.

Steffi: Da meine Leukos sehr niedrig sind, vermeide ich Menschenansammlungen und halte mich eng an die Hygiene-Auflagen. Meine Familie und Freunde nicht zu treffen ist belastend, auch dass ich jetzt nicht wie geplant in die Selbsthilfegruppe kommen kann. Ich versuche, es mir schön zu machen: Gehe mit dem Hund spazieren, lese, häkle viel und wurschtle in der Wohnung. Leider kann ich jetzt auch nicht, wie geplant meine Arbeit wieder aufnehmen, um meine Erwerbsminderungsrente aufzubessern. So bleibt nicht viel zum Leben mit einem Sohn in der Schule und alleinerziehend.

 

Karin: Am meisten Sorgen mache ich mir um meine Mutter. Wenn der Virus im Altenheim ausbricht, werden viele Bewohner erkranken und vielleicht auch sterben. Schlimm war in dieser Situation das totale Kontaktverbot. Da meine Mutter dement ist und nicht mehr telefonieren kann, vermisste sie meine Besuche und konnte die Situation auch gar nicht verstehen. Die jetzige Besuchsregelung, die es mir erlaubt meine Mutter eine Stunde in der Woche zu sehen, hilft etwas, macht die Situation aber auf Dauer immer noch sehr belastend.

 

Nieves: Seit meiner Krebserkrankung versuche ich mich gesund zu ernähren. Wir kochen jeden Tag frisch. Nun haben wir die Muße, neue Speisen und Zubereitungen auszuprobieren. Wir backen Brot, machen dazu Sauerteig selbst, sammeln Bärlauch und andere Kräuter für Pesto und Butter.

 

Astrid: In den letzten Wochen mussten wir viel lernen im Umgang miteinander. Ich habe viel mehr Zeit mit meinem Partner verbracht als normalerweise. Dass ständige Zusammensein hat zunächst auch Konflikte ausgelöst. Nun bemühen wir uns, einander mehr zuzuhören, die eigenen Wünsche genauer zu kommunizieren und dem anderen auch Raum für sich selbst zu lassen.

 

Das Corona-Virus hat die Welt verändert. Die Politik hat gezeigt, dass sie schnelle und einschneidende Maßnahmen treffen kann. Wir alle haben die Maßnahmen mitgetragen und sind solidarisch. Wir haben erneut gemerkt, was uns wirklich wichtig ist. Familie, Freunde, emotionale Nähe und Gemeinschaft. Gesundheit, Radeln, Kochen und gemeinsames Essen. Und wir alle freuen uns, unsere Freunde und Freundinnen, unsere Kinder und Enkel nun wieder zu sehen. Wir freuen uns, wieder essen zu gehen, einkaufen zu können wenn auch mit Einschränkungen. Jedoch brauchen wir kein dauerndes Unterwegs sein, kein Frustshoppen und kein immer größer, schneller, weiter. Wir wünschen uns eine Gesellschaft, in der die Menschen im Mittelpunkt stehen, ein Gesundheitssystem, das nicht dem ökomischen Diktat unterliegt. Eine Gesellschaft, in der die Natur nicht der Wirtschaft geopfert wird. Die Krise ist auch eine Chance. Das erfahren gerade Menschen mit einer Krebsdiagnose. Nutzen wir sie zum Wohle aller.

 

Frauen der Frauenselbsthilfe Krebs, Maintal

Bild zeigt Nieves; Foto: Frauenselbsthilfe nach Krebs
Bild zeigt Agnes; Foto: Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs
Bild zeigt Angelika; Foto: Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs

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