Rückblick zur Fortbildung "Eine autistische Jugend"
Am 5. März lud die Freiwilligenagentur – Maintal Aktiv zur Veranstaltung „Eine autistische Jugend“ ins Rathaus in Hochstadt ein. Die gut besuchte Veranstaltung bot Interessierten reichlich Input, unter anderem um bei der ehrenamtlichen Arbeit besser auf die Bedürfnisse von Personen im Autismus-Spektrum eingehen zu können.
Markus Behrendt, der selbst auch im Autismus-Spektrum ist, leitete die Teilnehmenden durch die fast dreistündige Veranstaltung im Sitzungssaal des Rathauses. Inhaltlich unterstützt wurde er dabei von Luka Schmidt, einem 19-jährigen Jugendlichen, ebenfalls Autist. Gemeinsam klärten die Referenten über Autismus im Jugendalter auf und bezogen dabei stets ihre eigenen, teils sehr ergreifenden Erfahrungen und Erlebnisse mit ein.
Durch die emotionalen und körperlichen Veränderungen, bedingt durch die Pubertät, entwickelt sich ein immer größeres Konfliktpotenzial zwischen autistischen und neurotypischen Jugendlichen. Die Veranstaltung zeigte auf, wie das Verhalten autistischer Jugendlicher besser verstanden und wie darauf reagiert werden kann. Dabei verwendeten die Referenten stets praxisnahe Beispiele aus dem Alltag. Auch wurde anschaulich dargestellt, wie autistische Jugendliche gut durch ihre Jugend- und Schulzeit kommen.
„Ich finde es ebenfalls für mich selbst wichtig, mehr über das Autismus-Spektrum zu lernen, auch weil ich damit das eine oder andere Verhalten von mir besser verstehen kann“, meint Referent Luka Schmidt. „Für mich als Autist ist es wichtig, ein Beispiel dafür zu sein, was trotz des Autismus möglich ist; damit Betroffene und Angehörige nicht die Hoffnung verlieren und sehen, dass einiges mit der Zeit und der benötigten Unterstützung trotzdem funktioniert.“
Dazu ergänzt Markus Behrendt: „Es heißt, Menschen im Autismus-Spektrum könnten sich nicht gut in andere hineinversetzen. Umgekehrt ist es genauso: Außenstehende haben Schwierigkeiten, sich in autistische Personen hineinzuversetzen und ihre Motivation und Beweggründe zu verstehen. Aus diesem Grund sind Fortbildungen so wichtig für eine Annäherung und ich mache das wirklich gerne.“
Die knapp 45 Teilnehmenden der Veranstaltung zeigten sich von dem authentischen Vortrag sichtlich gerührt und begeistert, was sich auch in ihren Rückmeldungen widerspiegelte. Während des Vortrags wurde ebenfalls Raum für Nachfragen gelassen, wovon die Teilnehmenden regen Gebrauch machten.
„Wir sind sehr froh, dass wir Markus Behrendt bereits zum zweiten Mal für einen Vortrag zum Thema Autismus gewinnen konnten. Auch die Teilnehmenden waren sehr dankbar und konnten wertvolle Informationen sowie Tipps für ihr ehrenamtliches, privates oder berufliches Umfeld mitnehmen", fasst Kyra Bickelhaupt von der Freiwilligenagentur – Maintal Aktiv zusammen.
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