KUNSTPROJEKT WAHLTONNEN
Die Wirkung von Kunst ist vielfältig. Sie reicht von einem ästhetischen Erlebnis oder einer emotionalen Erfahrung bis hin zu einem Beitrag zum politischen und gesellschaftlichen Diskurs. Bei dem Projekt „Kunst für Demokratie“ fließen diese Ebenen ineinander. Schon die Kunstobjekte selbst sind eine Besonderheit: Es sind neun Wahltonnen, die Maintaler Künstler*innen und Schüler*innen gestaltet haben und die nun in den vier Stadtteilen stehen. Dort möchten sie dazu anregen, sich über Demokratie und die bevorstehenden Kommunalwahlen auszutauschen.
Die Tonnen, die für gewöhnlich nicht viel hermachen und bei Wahlen als Wahlurne für die Stimmzettel dienen, wurden auf ganz unterschiedliche Weise künstlerisch bearbeitet. Mal findet man darauf einen Vogel, der gerade seinen Briefwahlumschlag zur Post bringt, eine als Bembel gestaltete Tonne, die in fehlerfreiem Hessisch verlauten lässt: „Bevor isch misch uffresch, geh isch lieber wählen“ oder eine mit kindlicher Energie kreierte Tonne, an der ein Gummistiefel hängt, aus dem eine Pflanze herauswächst. Denn - so die Idee dahinter -, nur in Demokratien kann man sich wirklich frei entfalten.
Zehn Künstler*innen und mehr als 30 Schüler*innen haben sich an dem einzigartigen Projekt beteiligt, das mit freundlicher Unterstützung durch die Firma Spahn umgesetzt werden konnte. Unter anderem haben Schüler*innen der siebten, achten und der Intensivklassen der Erich Kästner-Schule sowie Grundschulkinder aus dem Hort der Wilhelm-Busch-Schule mitgewirkt. Dabei setzten sich die Schüler*innen mit dem Thema Wahlen und Demokratie nicht nur künstlerisch, sondern im Rahmen des Unterrichts und der Nachmittagsbetreuung auch inhaltlich auseinander.
„Wir finden es spannend, Projekte gemeinsam mit Kunstschaffenden und Jugendlichen zu realisieren“, sagt Olivia Metzendorf, Leiterin des Fachbereichs Bürgerschaftliches Engagement und Kulturelle Bildung und erklärt weiter: „Auf diese Weise kommen ganz unterschiedliche Perspektive zusammen. Gleichzeitig üben sich die Jugendlichen im politischen Diskurs.“ Schließlich hat die Aktion das gemeinsame Sprechen über die Demokratie und die Bedeutung von Wahlen zum Ziel: Die Wahltonnen sollen zum Diskutieren anregen. Denn Kunst kann ein hervorragender Anlass sein, um ein Gespräch zu beginnen, wenn es zunächst vielleicht um die Farbgebung einer Tonne geht und erst im zweiten Schritt um eine politische Einstellung. Begleitet wird die Aktion mit Videos auf der Instagram- und Facebookseite der Stadt Maintal, in denen man mehr über das Kunst-Projekt erfahren kann.
Anlass für die Aktion ist die am 15. März stattfindende Kommunalwahl. Auch hier wird die Wahltonne wieder im Einsatz sein, dann allerdings nicht mehr die künstlerisch gestaltete, sondern die eingangs erwähnte Standarttonne. Aber vielleicht wird sie dem einen oder der anderen am Wahltag dann ein bisschen mehr auffallen, als Symbol für Demokratie, als Zeichen für freie Wahlen und die Bedeutung jeder einzelnen Stimme.
Die Aktion „Kunst für Demokratie“ findet im Rahmen der städtischen Kampagne für mehr Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl am 15. März statt. Initiatoren der Kampagne sind die Freiwilligenagentur „Maintal Aktiv“, die Integrationsbeauftragte Verena Strub, der Fachdienst Kinderfreundliche Kommune und Jugendarbeit und der Fachdienst Kulturelle Bildung. Im Rahmen der Kampagne finden noch weitere Aktionen statt, u.a. „Gib der Zukunft deine Stimme“.


























